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APA-Artikel 9. Februar 2012

Grünewald: Fusion der Medizinischen Universität nur mittel- bis langfristig erreichbar

"Unbestritten breit war die Gegnerschaft einer Loslösung der Medizinischen Fakultät aus der Stammuniversität Innsbruck. Die Medizinische Fakultät sprach sich mit lediglich zwei Gegenstimmen für den Verbleib aus. Der Senat der Universität, Land und Stadt waren hier wichtige Verbündete. Die Verweigerung die "Sonderbestimmungen Medizin" im neuen Universitätsorganisationsgesetz durch die damalige Ministerin Gehrer zu verankern, brachte die Standorte Wien und Graz ins Wanken, nur der Standort Innsbruck leistete Widerstand", resümiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die damalige Situation.

"Die Loslösung bedingte nicht nur einen maximalen verwaltungstechnischen Aufwand und lähmte ganze Gremien, die sich um Forschung und Lehre bemühen sollten, sondern waren ebenso kostentreibend durch den Aufbau notwendiger eigener neuer Strukturen in der Verwaltung und Selbstorganisation. Auch wenn die politisch beabsichtigte Stärkung der Medizinischen Universität gegenüber Land und Träger bei weitem nicht so eingetroffen ist, wie von der Regierung versprochen, kann diese neue und immer noch umstrittene Struktur nicht von heute auf morgen auf den Kopf gestellt werden", dämpft Grünewald den forschen Optimismus von Landeshauptmann Platter.

"Die derzeitige Finanzlage der Medizin Uni und die offen liegenden Probleme bei der internen Strukturdebatte, bei guten Berufungen von Professuren und bei drohenden Kürzungen von Personal und Journaldiensten, gibt kaum Freiraum für Großvorhaben dieser Art. Die Universität muss zuerst wieder handlungsfähig werden, muss erst ihren universitären Interessen in Forschung und Lehre wieder gerecht werden und ihr Mitspracherecht im Bereich des klinischen Mehraufwandes einmahnen. Jedes Kooperationsübereinkommen muss diese universitären Aufgaben unabdingbar und klar garantieren, sonst könnte man das Rektorat ja gleich ins Landhaus oder ins Berg Isel Museum verlegen", warnt Grünewald.

"Von Seiten des Universitätsrates erwarte ich hier eine klare Positionierung zugunsten der Universität. Wenn das Land Tirol laufend in ihre Private Medizin Uni investiert und sie trotz diverser äußerer Kritik noch ausbaut, stellt sich hier schon auch die Frage einer möglichen Fusion. Bisher gewinnt man den Eindruck, dass Kooperation und Mitsprache von Seiten des Landes mit unverhohlener Einflussnahme und Einmischung in universitäre Strukturen verwechselt wird. Vertrauensbildende Maßnahmen und der Ausbau von Kooperationen auf Augenhöhe sind Voraussetzung eines mittelfristigen Umdenkens und einer späteren optionalen Fusion, deren Entscheidung von Standort zu Standort unterschiedlich gehandhabt werden könnte", sagt Grünewald.

Rückfragehinweis:Die GrünenTel.: +43-1 40110-6697mailto:

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