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APA-Artikel 9. Februar 2012

Frühschwangere - Patientenanwalt sieht Gutachten skeptisch

Der Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer sieht das am Donnerstag präsentierte deutsche Gutachten, wonach es im Fall der abgewiesenen Schwangeren seitens der betreffenden AKH-Ärztin zu keinem medizinischen Fehler gekommen sei, skeptisch. Er hege Zweifel, dass das Gutachten "auf einer ausreichenden Befundlage" beruhe, sagte Brustbauer der APA. Die Patientenanwaltschaft prüft derzeit Möglichkeiten eines Schadenersatzes für die Patientin, die ihr Kind verloren hat.

Ihm liege das betreffende Gutachten noch nicht vor, so Brustbauer. Es stelle sich ihm aber die Frage, welche Angaben die Basis dafür gebildet hätten. Denn schließlich gebe es seitens des AKH keinen Befund, da die Frau ja nicht untersucht wurde. Zudem dürfe die Rudolfstiftung, welche die junge Frau schließlich aufgenommen hatte, ihren Befund aus rechtlichen Gründen nicht weitergeben. Man müsse sich also fragen, auf welchen Daten die Expertise von Klaus Friese, Präsident der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, beruhe. Von einem "Gefälligkeitsgutachten" für das AKH wollte Brustbauer aber nicht sprechen.

Der Patientenanwalt kündigte an, das betreffende Gutachten in die Prüfung auf möglichen Schadenersatz einzubeziehen: "Wir werden das anfordern." In den nächsten Tagen sollten zudem die Unterlagen der Rudolfstifung und des Ordensspitals Göttlicher Heiland - dieses suchte die Frau noch vor dem AKH auf - eintreffen. Die Patientenanwaltschaft will der Frage nachgehen, ob durch eine Aufnahme der Patientin ihr Kind gerettet hätte werden können und je nach Ergebnis, das in einigen Wochen vorliegen soll, Schadenersatz einfordern.

apa.at

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