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APA-Artikel 9. Februar 2012

"Malariatherapie" - Wiener Patientenanwalt will nicht aktiv werden

Der Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer will in der Affäre rund um die sogenannten Malariatherapien nicht aktiv werden. Die Patientenanwaltschaft habe in dieser Sache keinen Handlungsspielraum für Entschädigungen bzw. zur Vorbereitung von Schadenersatzforderungen, verwies Brustbauer am Donnerstag im APA-Gespräch auf Verjährungsfristen und gesetzliche Regelungen. "Wir müssten die Betroffenen enttäuschen", so seine Schlussfolgerung.

"Wir haben keine Möglichkeiten, diese Dinge zu einem - für den Patienten - sinnvollen Ende zu führen", erklärte Brustbauer. Schließlich gebe es eine "zivilrechtliche Grenze" von 30 Jahren. Das heißt: Da die Malaria-Fälle weit mehr als 30 Jahre zurückliegen, seien sie verjährt. Aus dem Patienten-Entschädigungsfonds könne ebenfalls nichts bezahlt werden, da dieser erst seit 2001 existiere und für Angelegenheiten, die den Zeitraum davor betreffen, nicht vorgesehen sei.

Es gebe in der Causa jedenfalls zwei wichtige Fragen, so Brustbauer. Geprüft müsse erstens werden, ob die Behandlung zum damaligen Zeitpunkt noch dem Stand der Wissenschaft entsprochen habe. Zweitens stelle sich aber auch die Fachfrage, ob man heute noch Malariainfektionen von damals medizinisch nachweisen könne.

apa.at

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