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APA-Artikel 3. Februar 2012

Diät kann zu Adipositas führen

Forscher des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung Inserm haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Humanbiologie der Technischen Universität München (TUM) nachgewiesen, dass eine zucker- und fettreiche Diät die Zerstörung der Nervenzellen des enterischen Nervensystems (ENS) verhindert und dadurch Adipositas fördert, wie das Inserm mitteilt.

Seit einigen Jahren decken die Forscher nach und nach die entscheidende Rolle des ENS bei zahlreichen Pathologien auf, was auch Krankheiten wie Parkinson betrifft. Die Forscher mehrerer Inserm-Einheiten und der TUM haben gemeinsam den Einfluss der Ernährung auf das ENS und ihre Auswirkungen auf die Magenentleerung und die Darmpassage untersucht. Sie haben herausgefunden, dass diese Diät, wenn sie jungen Mäusen verabreicht wird, den Verlust an ENS-Neuronen vorbeugt, während diese Nervenzellen bei den Kontrolltieren im Laufe der Zeit verschwinden.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Diät, indem sie die natürliche Entwicklung des ENS verhindert, den Verdauungstrakt daran hindert, sich an eine entsprechende Diät im Erwachsenenalter anzupassen. Der "junge" Phänotyp des ENS würde somit erhalten bleiben und einer Lebensperiode entsprechen, bei der die Nahrungsaufnahme maximal ist.

Magenentleerung zu schnell

Bei den Tieren, die eine zucker- und fettreiche Diät erhalten, verläuft die Magenentleerung im Vergleich zu den Kontrolltieren zu schnell. Dadurch nehmen die Sättigungssignale ab und die Nahrungsaufnahme wird erhöht, was die Adipositas-Entwicklung begünstigen könnte. Das gleiche Phänomen der beschleunigten Magenentleerung wird auch bei Adipositas-Patienten beobachtet.

Physiologisch gesehen geht diese "neuroprotektive" Wirkung der kalorienreichen Diät mit einer Zunahme der Magenproduktion um den Wachstumsfaktors GDNF (Gial Cell Line-Derived Neurotrophic Factor) einher, der wiederum vom Leptin-Hormon herbeigeführt wird, das die Sättigung beim Menschen reguliert.

Die Arbeit unterstreicht die Tatsache, dass Nahrung die Funktionsweise des ENS und dessen Rolle bei der Entwicklung von Adipositas und zwar im besonderen bei Jugendlichen beeinflussen kann. Dadurch hofft man, neue Ernährungsansätze zu entwickeln, mit denen sich neurodegenerative Verdauungserkrankungen und auch Störungen des Zentralnervensystems vorbeugen ließen.

apa.at

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