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APA-Artikel 1. Februar 2012

WGKK weist VÖPP-Kritik zurück

Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hat am Mittwochnachmittag die Kritik der Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VÖPP) zurückgewiesen. Der VÖPP warf der WGKK vor, "überfallsartig" keine Neu-Anträge der Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung (WGPV) für kassenfinanzierte Einzel-Psychotherapie mehr anzunehmen.

Der WGPV haben das vereinbarte Stundenkontingent in den vergangenen Jahren kontinuierlich überzogen, wehrte sich die WGKK in einer Aussendung: "Um diesen Rucksack abzubauen, wurde nun vereinbart, das jährliche Volumen entsprechend anzupassen." Die Verrechnung von Psychotherapie bei Einzeltherapeuten läuft in Wien häufig über Vereine, die einen Vertrag mit der Krankenkasse haben. Es wird ein Pauschalbetrag für eine gewisse Stundenleistung vereinbart. "Das Modell hat sich - mit einer Ausnahme - bisher bewährt", unterstrich die Krankenkasse in der Mitteilung.

Der größte Versorgungsverband in der Bundeshauptstadt, der WGPV, habe das vereinbarte Kontingent aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich überzogen. Jährlich ausgemacht gewesen sei ein Kontingent von knapp 74.000 Stunden. Der WGPV habe in der jüngeren Vergangenheit jedoch rund 28.000 Stunden zu viel verbucht, die von der Kasse vertraglich nicht gedeckt gewesen seien. Diese müssten nun abgebaut werden.

Daher könne bis auf weiteres keine Therapie neu angefangen werden, stellte Andrea Fleischmann von der WGKK im APA-Gespräch klar. Nicht davon betroffen seien bereits laufende Behandlungen und Anträge auf Kostenzuschuss sowie auch Therapien für Kinder. Fleischmann betonte außerdem, dass die Versorgung in Wien aufgrund der Maßnahme nicht komplett gefährdet sei. So gebe es einen zweiten Verein, den Verein für ambulante Psychotherapie (VAP), der über ein Kontingent von 45.000 Stunden verfüge. "Da gibt es noch Kapazitäten", berichtete sie.

Die WGKK unterstrich in der Aussendung, dass die vertraglich festgesetzten Jahreskontingente bei den übrigen Vertragspartnern bisher zu keinerlei Problemen geführt hätten. Insgesamt würden jährlich knapp zehn Millionen Euro für die Psychotherapie aufgewendet werden. Das entspreche rund 55 Prozent aller in Österreich verordneten Behandlungen.

Scharfe Kritik am Vorgehen der WGKK übte unterdessen der grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald: "Die Verweigerung einer adäquaten und notwendigen Versorgung wäre bei körperlich Kranken undenkbar und würde allgemeine Empörung auslösen. Die Wiener Gebietskrankenkasse soll diese Diskriminierung psychisch Kranker sofort stoppen", forderte er in einer Aussendung.

apa.at

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