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APA-Artikel 1. Februar 2012

Nasenspray mildert Angst ab

Deutsche Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben das Protein Neuropeptid S (NPS) bei Mäusen erfolgreich zur schnellen Behebung von Angstattacken eingesetzt. In Form eines Nasensprays könnte diese Substanz effektiv appliziert werden, teilte die deutsche Max-Planck-Gesellschaft jetzt mit. Die Erkenntnisse wurden in "Nature Neuropsychopharmacology" publiziert.

Nachdem die Blut-Hirn-Schranke das Eindringen von potenziell toxischen Substanzen in das Organ verhindert, mussten andere Wegen gefunden werden, um NPS ins Gehirn zu transportieren. Die Arbeitsgruppe um Ulrike Schmidt untersuchte, ob NPS über die Nasenschleimhaut ins Gehirn aufgenommen und dort auch erfolgreich wirken kann. In einer Reihe von Experimenten konnten die Wissenschaftler den Weg von intranasal verabreichtem NPS bis in spezielle Neuronen verschiedener Hirnregionen sichtbar machen. Sie zeigten eine gezielte und hochspezifische Aufnahme der Substanz in die Gehirnzellen durch Bindung an den NPS-Rezeptor.

Bereits 30 Minuten nach der Aufnahme über die Nasenschleimhaut erreichten geringe Mengen von NPS das Gehirn der Mäuse. Vier Stunden darauf entfaltete sich die Wirkung und die Mäuse zeigten sich tatsächlich weniger ängstlich. Damit konnte für NPS eine intranasale Verabreichung mit anxiolytischer Wirkung nachgewiesen werden. Der genaue molekulare Mechanismus von NPS ist zwar noch unklar, aber offensichtlich nimmt es Einfluss auf Signalübertragungswege zwischen den Neuronen des Hippocampus. Die Forscher vermuten, dass NPS dämpfend auf bestimmte Signale des Emotionszentrums im Gehirn wirkt und dadurch weniger Angst empfunden wird.

"Unsere Ergebnisse öffnen die Tür zur Entwicklung zukünftiger Medikamente für Patienten mit krankhafter Angst auf der Basis von NPS", fasste Schmidt die Ergebnisse zusammen. "Die einfache Anwendung und schnelle und direkte Wirkung durch einen anxiolytisch wirkenden Nasenspray könnte für viele Patienten mit Angststörungen wie Panikattacken und posttraumatischer Belastungsstörung ein Segen sein", fügte sie hinzu.

apa.at

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