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APA-Artikel 25. Jänner 2012

Novartis stellt sich auf härtere Zeiten ein

Nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr stellt sich der Schweizer Pharmakonzern Novartis auf härtere Zeiten ein. Konkurrenz durch Nachahmer-Medikamente, der Preisdruck im Gesundheitswesen und Rückschläge in der Forschungspipeline setzen dem Basler Konzern zu. "Im vierten Quartal erlebten wir einige Enttäuschungen", sagte Konzernchef Joseph Jimenez bei der Vorstellung des Jahresabschlusses.

So erwies sich der in der Entwicklung steckende Blutdrucksenker Tekturna als Fehlschlag, für den der Konzern 900 Mio. Dollar (692 Mio. Euro) abschreiben musste. Und für den Novartis-Kassenschlager Diovan, den Tekturna eigentlich ersetzen sollte, laufen die Patente aus. Allein das dürfte den Konzern nach eigenen Schätzungen in diesem Jahr 1,5 Mrd. Dollar Umsatz kosten.

In dieser Lage will der Konzern erneut den Rotstift ansetzen. Ziel sei es, die Kosten im laufenden Jahr um 1,5 Mrd. bis 2,5 Mrd. zu senken, erklärte Jimenez. 2011 hatte Novartis bereits 2,6 Mrd. Dollar eingespart. Einen über die bereits vorliegenden Pläne hinausgehenden Stellenabbau soll es aber nicht geben, wenn sich die Wirtschaftslage nicht verschlechtert. Im Oktober hatte der Konzern bereits Stellenstreichungen angekündigt, zuletzt 2.000 Arbeitsplätze, die in den USA wegfallen sollen.

Den Umsatz steigerte Novartis 2011 um 16 Prozent auf 58,57 Mrd. Dollar. Aber der Reingewinn sank um sieben Prozent auf 9,25 Mrd. Dollar. Vor allem im vierten Quartal bekam Novartis Gegenwind zu spüren. Bei vier Prozent mehr Umsatz brach der Gewinn um 47 Prozent auf 1,21 Mrd. Dollar ein. Immerhin stieg der für Analysten wichtige Gewinn pro Aktie um acht Prozent. Die Aktionäre können sich über eine um zwei Prozent auf 2,25 Franken (1,9 Euro) erhöhte Dividende freuen. Es ist die 15. Erhöhung in Folge.

Im laufenden Jahr will Novartis den Umsatz mit in den letzten fünf Jahren neu eingeführten Produkten auf Vorjahresniveau halten. Die größte Sparte Pharma solle im Branchenvergleich am oberen Ende des Wachstumsbandes liegen, sagte Konzernchef Jimenez in einer Telefonkonferenz. Doch der Gewinn dürfte damit nicht Schritt halten. "Die operative Kerngewinnmarge des Konzerns dürfte bei konstanten Wechselkursen geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2011 liegen", erklärte Novartis mit Blick auf die Ertragslage.

"Man hat den Eindruck, Novartis kommt nicht so recht vom Fleck", kommentierte ein Aktienhändler die Aussagen. Neue Produkte könnten den Margenrückgang aufgrund von Patentverlusten offenbar nicht ganz ausgleichen, fügte ein Analyst hinzu. An der Börse überwog auch die Enttäuschung über sinkende Margen bei gleichem Umsatz. Die Aktie verlor an der Börse im Frühgeschäft 2,5 Prozent.

Novartis war der erste europäische Pharmakonzern, der sein Jahresergebnis vorlegte. Der US-Rivale Johnson & Johnson hatte diese Woche gewarnt, das Ergebnis für 2012 würde schwächer als erwartet ausfallen.

apa.at

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