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APA-Artikel 25. Jänner 2012

Schwieriges Thema: Geflügel, Keime, Antibiotika

Antibiotika-resistente Keime in Hühnerfleisch: Die zahlreiche Themen vermischende Diskussion zu "Geflügel, Keime, Antibiotika" ist laut österreichischen Experten nicht angebracht, differenzierte Antworten zu liefern.

"Da werden mehrere Themen in einen Topf geworfen. Absolute Sicherheit gibt es nicht", sagte jetzt Ulrich Herzog, Leiter des Bereichs Verbrauchergesundheit, Internationale Angelegenheiten, Informations- und Berichtswesen im Österreichischen Gesundheitsministerium in einem Hintergrundgespräch gegenüber der APA.

Zwei große Problemfelder wären in der Sachlage zwischen Gesundheit und Agrarwirtschaft bzw. Lebensmittel zu unterscheiden, so Herzog: allfällige und möglichst hintan zu haltende Keimbelastungen von Essen&TrinkenHühnerfleisch und der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und Tieraufzucht.

Der Experte zum ersten Punkt: "Mensch und Tier tragen Keime in sich. Sie leben mit Keimen. Es gibt keine absolute Sicherheit - auch nicht bei Geflügel. Außer man bestrahlt Geflügel nach der Schlachtung der Tiere radioaktiv oder man chloriert das Fleisch, wie es in den USA geschieht. In Europa will man beides nicht. Also bemüht man sich, die Gefährdung durch entsprechende Maßnahmen von der Aufzucht bis zur Produktion der Lebensmittel möglichst zu reduzieren."

Bei Geflügel (Geflügelprodukten), aber auch teilweise bei Fleisch von anderen Tieren, gibt es vor allem zwei Keimbelastungen, die Probleme bereiten: Salmonellen und Bakterien vom Typ Campylobacter. Beide verursachen Durchfallerkrankungen. Burkhard Springer vom Zentrum für lebensmittelassoziierte Infektionen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Graz: "Bei den Salmonellen-Infektionen (beim Menschen, Anm.) sehen wir pro Jahr in Österreich einen Rückgang um zehn bis 20 Prozent. Derzeit sind es pro Jahr rund 2.000. Bei Campylobacter ist die Situation schwieriger."

Für den Unterschied gibt es derzeit wahrscheinlich einen hauptsächlichen Grund: Gegen Salmonellen gibt es für Tiere in eine Impfung, gegen Campylobacter hingegen noch nicht. Campylobacter ist zusätzlich auch noch ein Keim, der bei Geflügel natürlich im Darm vorkommt. Da wären eben Bestrahlung oder das Besprühen mit Chlorlösung die einzige absolut sicher funktionierende Lösung.

Herzog und Springer allerdings betonten unisono: Alle bei Geflügel- oder sonstigem Fleisch vorkommenden Bakterien, die krankheitserregend sein können, sind durch ausreichendes Erhitzen beim Kochen (70 Grad reichen da schon binnen weniger als einer Minute) leicht abzutöten. Herzog: "Eine gewisse Verantwortung trifft auch jeden Konsumenten." Das beginnt bei simpler Küchenhygiene und endet bei der ausreichend kühlen Aufbewahrung von fertigen Speisen für eventuell späteren Gebrauch.

apa.at

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