zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 16. Jänner 2012

Neue Entdeckung bei der Gefäßneubildung

Wie Zellen während der Entwicklung von neuen Gefäßen ihren Kontakt zueinander regulieren, diesen Mechanismus hat jetzt ein Forschungsteam um Manuela Baccarini von den Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien in Teilaspekten geklärt. Erstmals wurde die Rolle des Proteins Raf-1 für die Stabilität von Zell-Zell-Verbindungen nachgewiesen. Fehlt Raf-1, verlieren die Zellen ihren Zusammenhalt und die Gefäßneubildung ist gehemmt. Die Ergebnisse werden in "Developmental Cell" publiziert.

Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit zellulären Signalkaskaden. Ein wichtiger Signalweg läuft über das Protein Raf-1. "Wir untersuchten Endothelzellen, denen Raf-1 fehlt und mussten feststellen, dass sie sich normal teilen konnten und auch morphologisch nicht von normalen Zellen zu unterscheiden waren", erklärte Reiner Wimmer, Erstautor der Publikation. Dennoch simulierten die Forscher die Angiogenese mit diesen Zellen im Labor. "Wir waren sehr überrascht, dass Zellen ohne Raf-1 nicht mehr wie gewohnt gemeinsam, sondern einzeln wanderten."

Die Bedeutung dieser Entdeckung wurde in weiteren Experimenten klar: Raf-1 reguliert während der Angiogenese direkt an der Zellmembran die Anbindung von anderen Zellen an das interne Zellgerüst über "Adherens Junctions". Sind die Verbindungen zu schwach, zerfallen die Zellverbände. Sind sie zu stark, können sich die Zellen nicht fortbewegen. Unter der Kontrolle von Raf-1 wird die Stabilität von Zell-Zell Kontakten ständig moduliert, um eine kollektive Wanderung zu ermöglichen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben