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APA-Artikel 9. Jänner 2012

Personalisierte Medizin als neuer Megatrend

Ein neuer Megatrend in medizinischer Wissenschaft und zunehmend auch in der klinischen Heilkunde: Die "personalisierte" oder "individualisierte" Medizin. Erstmals setzt sich in den kommenden Tagen (12. bis 14. Jänner) ein hochkarätig besetztes Symposium in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien mit diesem Thema auseinander.

Die personalisierte Medizin soll unter Zuhilfenahme vor allem molekularbiologischer Methoden die individuellen Charakteristika einer Erkrankung bei einem bestimmten Patienten berücksichtigen. Das soll die Wirkung der Therapie steigern und Nebenwirkungen vermeiden helfen, bedeutet aber gleichzeitig einen Umbruch in der herkömmlichen Betrachtungsweise von Gesundheit und Krankheit.

Das Symposium lässt an prominenter Rednerliste kaum einen Wunsch offen: Den Einleitungsvortrag (12. Jänner, 19.00 Uhr/Akademie der Wissenschaften) hält Philosoph Peter Sloterdijk. Aids-Pionier Giuseppe Pantaleo (Universität Lausanne/Schweiz) und US-Biotech-Spitzenforscher Gregory Lanza sind genauso vertreten wie beispielsweise der Wiener Ökonom Erich Streissler oder international führende Dermatologen.

Georg Stingl, Ko-Organisator der Veranstaltung und Präsident der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse an der ÖAW: "Wir wollen im Rahmen dieses Symposiums den aktuellen Stand der Dinge und die auf uns zukommenden medizinisch-wissenschaftlichen, gesellschaftspolitischen und ökonomischen Herausforderungen beleuchten sowie darüber hinaus auch Impulse für einen unaufgeregten und sachlichen Umgang mit diesem Thema liefern." Aufseiten der "Leopoldina" fungiert der Chef der Dermatologie-Abteilung an der Universität Tübingen, Martin Röcken, als Organisator.

Nicht nur die Medizin, sondern die gesamte Gesellschaft werde sich mit den Auswirkungen der personalisierten Medizin auseinandersetzen müssen, meinte Stingl gegenüber der APA: "Die deutsche Akademie ist besonders aktiv in der Politikberatung." Die personalisierte Medizin ist derzeit besonders in der Onkologie ein rasch aufstrebender Zweig. Auf dem Gebiet der Dermatologie findet sie derzeit Eingang in die Therapie des Melanoms. Doch auch - so Stingl - bei HIV/Aids gibt es hier neue Ansätze.

apa.at

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