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APA-Artikel 16. August 2011

Krankenkassen erwarten ein Plus von 104 Millionen

Die Krankenkassen setzen ihren Konsolidierungskurs fort. Nach der am Dienstag vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlichten Prognose rechnen die Krankenversicherungsträger für heuer mit einem Überschuss von 104 Millionen Euro. Vor drei Monaten war noch ein deutlich geringeres Plus von nur 44 Mio. und im Voranschlag vom Februar überhaupt ein Minus von 32 Mio. Euro erwartet worden.

Im Jahr 2010 hatten die Kassen einen Überschuss von 361,7 Millionen Euro erzielt. Heuer sollen nach der jüngsten Prognose drei Kassen negativ bilanzieren - die Wiener Gebietskrankenkasse (-14 Mio.), die Niederösterreichische (-3,9 Mio.) und die SVA der gewerblichen Wirtschaft (-2,9 Mio.). Zwei Kassen erwarten eine ausgeglichene Bilanz - die Tiroler und die Vorarlberger GKK. Das größte Plus unter den Gebietskrankenkassen wird für die Steirische mit 25 Mio. Euro prognostiziert vor der Kärntner mit 22,5 Mio., dahinter folgen die Oberösterreichische (+7,1 Mio.), die Salzburger (+0,5 Mio.), und die Burgenländische (+0,1 Mio.). Insgesamt am Besten steht die Versicherungsanstalt der öffentliche Bediensteten mit einem erwarteten Plus von 45 Mio. Euro da.

Die Ausgaben der Kassen für die Medikamente sollen laut der Prognose heuer wieder um 3,6 Prozent steigen. Im Vorjahr waren sie nur um 0,9 Prozent angewachsen, in den vergangenen Jahren waren hier aber Steigerungen um die acht Prozent zu verzeichnen. Die Ausgaben der Kassen für die ärztliche Hilfe sollen heuer um 4,0 Prozent steigen nach einem Plus von 1,1 Prozent im Vorjahr. Und für die Spitäler rechnen die Kassen mit Mehrausgaben von 4,3 Prozent, nachdem im Vorjahr hier noch ein Minus von 0,7 Prozent registriert worden war. Auch für die Heilbehelfe wird nach einem Minus von 4,4 Prozent im Vorjahr nun für heuer mit ein Plus von 3,2 Prozent gerechnet. Der Verwaltungsaufwand soll von 1,9 auf 3,0 Prozent steigen.

Kein Grund zur Euphorie

In dem vom Hauptverband für die Krankenkassen prognostizierten Überschuss von 104 Millionen Euro für heuer sind die von der Politik zur Verfügung gestellten 40 Millionen Euro aus dem Strukturfonds sowie die Auswirkungen der mit dem Hauptverband vereinbarten Finanzziele enthalten. Der Hauptverband machte neben der konsequenten Befolgung des Konsolidierungszieles auch die wider Erwarten trotz Wirtschaftskrise gestiegenen Beitragseinnahmen für diese Entwicklung verantwortlich. Die Beitragseinnahmen sollen heuer um 2,8 Prozent steigen, im Vorjahr betrug die Steigerung 2,4 Prozent.

Angesichts des immer noch hohen Schuldenberges von zusammen mehr als 500 Millionen Euro besteht für den Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband, Hans Jörg Schelling, aber nach wie vor kein Anlass zur Euphorie. Schelling warnte deshalb am Dienstag in einer Aussendung neuerlich davor, den eingeleiteten Konsolidierungskurs abzuschwächen oder gar zu verlassen. "Erstens müssen wir heuer feststellen, dass die Ausgaben für Medikamente wieder etwas höher wachsen als im Vorjahr und zweitens ist das positive Ergebnis des vergangenen Jahres auch durch Einmaleffekte seitens der Bundesregierung (Entschuldung, Kassenstrukturfonds) zustande gekommen".

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) zeigt sich erfreut, dass der Konsolidierungskurs der Krankenkassen erfolgreich fortgesetzt wird und sprach von einem "großen Erfolg". "Finanziell abgesicherte Krankenkassen bedeuten auch Sicherheit für die Patientinnen und Patienten", sagte Stöger in einer Aussendung.

apa.at

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