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APA-Artikel 10. März 2011

In der Fastenzeit werden Kalorien gespart

Mit der Fastenzeit beginnt für viele Österreicher der erste Schritt in ein gesundes Leben, der erste Schritt, der oft mit einem kalorienreichem Heringsschmaus begangen wird. Fetter Fisch vermischt mit Mayonnaise ist nicht gerade das, wodurch man eine Bikini- und Badehosenfigur erhält. "Guter Fisch braucht kein Fett", ist Lifestyle-Arzt Christian Matthai im APA-Gespräch überzeugt.

Gebraten, frittiert und gebacken geht der Eigengeschmack vom Fisch verloren. "Man braucht keine Butter, kein Fett, das ist in den Köpfen der Leute leider immer noch so verankert", sagte Matthai. "Man kann sich durch die Zubereitungsart auch viel kaputt machen." Der Mediziner, der gerade sein Entgiftungsbuch "Das Detox-Kochbuch" auf den Markt gebracht hat, ist verwundert, wenn er in guten Restaurants die herrlichsten Fische in einer Butterlacke schwimmend auf den Teller bekommt.

Garen, dünsten und kochen seien viel gesündere und einfachere Zubereitungsarten für den Fisch. "Ich tendiere dazu, mehr das Backrohr zu verwenden", so Matthai. Wenn jemand keinen Dampfgarer hat, kann er den Fisch gewürzt in Alufolie oder Backpapier wickeln und im Rohr garen lassen. "Da brauche ich keinen Tropfen Öl dafür", meinte der Ernährungsexperte. Und die Gefahr von sogenannten AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die durch das Braten entstehen und die im Körper freie Radikale verursachen können, würde gar nicht erst bestehen.

In Österreich steigt der Trend, heimische Fischarten zu renaturieren. "Der Gesundheitstrend nimmt Gott sei Dank zu", so Matthai. Eine Zeitlang seien Zuchtfische verpönt gewesen, man habe zu Wildfang tendiert. Doch jetzt züchtet man wieder Fischarten, die besonders gesund sind, wie Alpenlachs oder Saibling. Fische sind wertvolle Eiweißquellen, Selenlieferanten und bieten mehrfach ungesättigte Omega 3-Fettsäuren, die gesund für Herz und Kreislauf sind. Um in der Fastenzeit auch etwas abzunehmen, werden Fische gerne eingesetzt. Vorsicht ist bei Arten wie Sardinen, Thunfisch, Lachs, Hering oder Makrelen geboten, weil sie recht fett sind. Besser sind die fettfreieren Varianten wie Zander, Dorsch oder Seelachs.

Matthai rät jedoch, sogar zwei- bis dreimal pro Woche zu Fisch zu greifen, und durchaus die Fastenzeit dazu zu nutzen, um den Konsum zu erhöhen. "Man kann ihn ohne Bedenken genießen. Viele meiner Patienten haben Angst, dass Fische mit Schwermetallen belastet sind, aber Untersuchungen der AGES oder Greenpeace haben gezeigt, dass die Belastungen nicht so schwer sind wie befürchtet", sagte der Mediziner. Beim Quecksilber etwa gibt es eine Obergrenze von einem Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch, die meist nicht überschritten wird.

Und übrigens: Der Heringsschmaus kann kalorientechnisch durchaus entschärft werden. Den eher fetteren Fisch durch einen mageren auszutauschen macht weniger Sinn, meint Matthai. Da der Fisch im Salat roh sein muss, können nur Sorten wie Thunfisch oder Lachs genommen werden. Und die haben einen ähnlichen Fettgehalt wie Hering. Doch die Mayonnaise kann durch ein leichteres Joghurt durchaus ersetzt werden. "Das ist um die Hälfte weniger Kalorien", so Matthai.

apa.at

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