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APA-Artikel 2. März 2011

Arzneimittelkosten 2010 nur leicht gestiegen

Im Jahr 2010 stiegen die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel, die über die Apotheken abgegeben wurden, im Österreich-Durchschnitt nur um 0,9 Prozent. Im Jahr 2009 waren es plus 1,9 Prozent gewesen, im Jahr 2008 plus 7,9 Prozent.

Das zeigen die Daten des neuen Wirtschaftsberichtes der Österreichischen Apothekerkammer, die jetzt bei der Fortbildungswoche der Standesvertretung (bis 4. März) in Saalfelden in Salzburg präsentiert wurden. Im Jänner 2011 allerdings kam es wieder zu einem teilweise deutlichen Anstieg, stellte Apothekerkammer-Vizepräsident Leopold Schmudermaier in Saalfelden dar.

Die Globalzahlen für die Kassenumsätze der nunmehr 1.276 öffentlichen Apotheken in Österreich für das Jahr 2010 waren bereits Ende Jänner dieses Jahres vorgelegen. Insgesamt hatten die Apotheken im vergangenen Jahr mit den Krankenversicherungen Arzneimittel auf Kassenrezept für 2,196 Milliarden Euro abgerechnet, so Schmudermaier. Der von den Apotheken - die Rezepte schreiben ja die Kassenärzte - nicht beeinflussbare Markt umfasst rund 85 Prozent der Ausgaben der Kassen für Arzneimittel. Den Rest machen die ärztlichen Hausapotheken aus. Die Gehaltskasse der Apotheker wickelt auch die Abrechnung der Rezeptgebühr - im Jahr 2010 ein Selbstbehalt der Versicherten von 12,8 Prozent - ab.

Mehr Generika auf dem Markt

Bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent in Österreich im Jahr 2010 bedeutete das eine um ein Prozent geringere Kostensteigerungsrate bei den Arzneimitteln für die Krankenkassen als die Gesamtteuerung. Das war im langjährigen Schnitt außergewöhnlich. Schmudermaier über die Gründe: "Im vergangenen Jahr haben wieder mehrere wichtige Arzneimittel den Patentschutz verloren, Generika kamen auf den Markt." Interessant ist, dass das Bundesland Salzburg trotz eines umstrittenen Sparpakets, bei dem die Ärzte dazu verpflichtet wurden, am besten jeweils immer das billigste Generikum zu verschreiben, nicht jenes Bundesland mit der geringsten Steigerungsrate ist.

Eine öffentliche Apotheke hatte im Jahr 2010 in Österreich median einen Umsatz von 2,4 Millionen Euro. "Der Kassenumsatz machte einen Anteil von 69,2 Prozent aus. Im Jahr 2009 waren es noch 69,9 Prozent gewesen. Der Privatumsatz hatte 2010 einen Anteil von 30,8 Prozent. Das Betriebsergebnis lag bei zwei Prozent vom Umsatz. Die Apothekenleistung kostet die Krankenkassen nur drei Prozent der Ausgaben für Arzneimittel. Ich denke, wir sind da in einem sehr günstigen Bereich", erklärte Schmudermaier.

Hatte es im Jahr 2000 in Österreich noch 1.112 öffentliche Apotheken gegeben, so stieg deren Zahl bis Ende 2010 auf 1.276. Vergangenes Jahr sperrten in Österreich allein 24 neue öffentliche Apotheken auf. 13 davon entfielen auf Wien, neun auf Gemeinden, wo bisher noch keine öffentliche Apotheke existiert hatte. Hier gibt es harte Auseinandersetzungen mit der Österreichischen Ärztekammer, weil sich viele Landärzte mit ärztlichen Hausapotheken dadurch bedroht fühlen.

Auf dem Arzneimittelmarkt selbst zeichnet sich einerseits ein zunehmender Trend zu Generika ab, andererseits werden relativ hochpreisige innovative Arzneimittel immer wichtiger. "Der Anteil der Hochpreispräparate von mehr als 200 Euro pro Packung ist von 14,68 Prozent im Jahr 2004 auf mehr als 24 Prozent im Jahr 2010 gestiegen", so der Apotheker-Vertreter.

Ein Beispiel: Arzneimittel gegen Krebs und zur Modulation des Immunsystems hatten vergangenes Jahr einen Anteil an den in den Apotheken abgegebenen Packungen von 1,2 Prozent. "Wertmäßig machten diese Arzneimittel aber einen Anteil von 18,3 Prozent aus", machte Schmudermaier aufmerksam.

apa.at

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