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APA-Artikel 9. September 2010

KAV-Spitäler arbeiten an Patientensicherheit

Vier Millionen behandelte Patienten pro Jahr, 32.000 Mitarbeiter - und mit der modernen Medizin hoch komplexe Aufgaben und Abläufe: Da muss in einem Riesenunternehmen wie dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) manchmal etwas "schief" oder zumindest "halb schief" laufen.

Mit intensiver Detailarbeit auf mehreren Ebenen soll die Patientensicherheit laufend verbessert werden, betonte KAV-Chef Wilhelm Marhold Mitwochabend bei einem Hintergrundgespräch. Mittelfristig solle es zu einem Wettbewerb von Kliniken und Abteilungen auch in Sachen Behandlungsergebnissen kommen.

"Es geht um das Trennen von Fehler und Person. (...) Es geht so wie in der Luftfahrt um das Bearbeiten von Beinahe-Fehlern. In der Luftfahrt weiß man, dass viele, viele Beinahe-Fehler passieren, die im System aufgefangen werden. Es geht auch um eine Melde-Kultur", sagte Marhold. Sicherheit im Krankenhaus sei Teil des Kerngeschäfts. Dazu gehöre, dass Beteiligte Probleme erkennen, diese Informationen weiter geben - und man daraus lerne. Marhold, ehemals Gynäkologe an der Wiener Rudolfstiftung, zitierte einen Ratschlag, den er am Beginn seiner Laufbahn erhielt: "Willi, wenn'st einen Fehler machst, sag's sofort."

In der Patientensicherheit sollten einander im Idealfall technische Vorkehrungen, Ausbildung des Personals und Etablierung eines geregelten Systems, wie mit (Beinahe-)Fehlern umgegangen wird, ergänzen. Michael Spalek, Leiter des KAV-Geschäftsbereiches "Qualitätsmanagement", stellte hier eine Neuregelung für Patienten-Armbänder vor, die einheitlich im ganzen Spitalsverbund verwendet werden sollen: "Alle können wir Fehler machen. Wir müssen ein System erstellen, dass ein einzelner Fehler aufgefangen wird. Ganz wichtig ist die Identifizierung von Patienten. Es ist ganz wichtig zu wissen, wer dieser Mensch ist, mit dem ich etwas tue."

Das Wiener AKH hat solche Armbänder schon seit längerer Zeit, in den KAV-Krankenhäusern wird es in Zukunft weiße (allgemein) geben, rote für Patienten mit bekannten und für die medizinische Behandlung relevanten Allergien (Arzneimittel, Kontrastmittel, Latex- und Lebensmittelallergien). Die roten Armbänder sollen im Endeffekt dazu führen, dass die im Krankenhaus handelnden Personen eben im Zweifelsfall noch einmal in der Krankengeschichte Nachschau halten.

apa.at

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