zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 17. August 2010

Intercell: Weniger Umsatz - mehr Verlust

Der börsenotierte Impfstoffhersteller Intercell hat im ersten Halbjahr 2010 seine Verluste gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig sind die Umsätze von 20,3 auf 14,4 Mio. Euro eingebrochen. Das teilte die Intercell am Dienstag (17. August) ad hoc mit.

Den Periodenverlust verdoppelte sich von 11,25 Mio. Euro auf 23,05 Mio. Euro - von der APA befragte Analysten hatten im Mittel einen Nettoverlust von 24,9 Mio. Euro erwartet. Im 2. Quartal 2010 waren die Umsatzerlöse mit 9,7 Mio. Euro um 35 Prozent geringer als im Vergleichszeitraum 2009, als 14,9 Mio. Euro umgesetzt wurden. Die Produktumsätze von Ixiaro/Jespect zeigten mit 5,2 Mio. Euro das stärkste Verkaufsergebnis seit Einführung im 1. Quartal 2009, so Intercell. Der Periodenverlust stieg im 2. Quartal auf 8,3 Mio. Euro (nach 3,1 Mio. Euro). Für das Gesamtjahr wird mit einem Verlust von 20 bis 40 Mio. Euro gerechnet.

Zum 30. Juni verfügte Intercell über 127,8 Mio. Euro an liquiden Mitteln, wovon 51,3 Mio. Euro auf Zahlungsmittel und kurzfristige Guthaben und 76,5 Mio. Euro auf Wertpapiere entfielen.

JE-Impfstoff verkauft sich gut

Intercell hat im 2. Quartal Verkaufszuwächse beim Impfstoff gegen die Tropenkrankheit Japanische Enzephalitis (JE) verzeichnet. Das 2. Quartal sei das bisher beste seit der Einführung des Produkts Anfang 2009 gewesen, so Intercell heute in einer Pressemitteilung. Für das zweite Halbjahr erwartet das Unternehmen, dass die Umsätze weiterhin steigen. Erst kürzlich ist das Medikament IXIARO in der Schweiz eingeführt worden, Intercell rechnet daher mit weiteren Impfempfehlungen und verstärkten Marketing-Aktivitäten durch Vertriebspartner.

Im Bereich der Impfstoffe gegen JE - dem Hauptgeschäft von Intercell - plant das Wiener Unternehmen Innovationen in mehreren Bereichen. Zum einen wird an einem Produkt gearbeitet, das speziell Kinder ab sechs Monaten schützen soll, die von den USA, Europa und Australien in JE-endemische Gebiete reisen. Finale Daten werden für 2012 erwartet. Zum anderen arbeitet Intercell gemeinsam mit seinem Partner Biological E. an einem JE-Impfstoff für Kinder und Erwachsene in Gebieten, in denen die Krankheit auftritt. Ende 2010 soll dazu eine klinische Phase III-Studie gestartet werden.

Außerdem werden zur Jahreswende für ein Impfpflaster gegen E.Coli-Erkrankungen und Reisedurchfall Daten erwartet. Im Herbst 2010 soll die klinische Phase II-Studie zum Impfstoff gegen Pseudomonas-Infektionen in Krankenhäusern abgeschlossen sein, die u.a. den Schutz vor Lungenentzündung bei Intensiv-Patienten untersucht.

Anfang Juli hat Intercell die klinische Phase II-Studie über das immunstimulierende Impfpflaster "Vaccine Enhancement Patch" (VEP), das gegen Vogelgrippe verabreicht wird, abgeschlossen. Die Studienphase, die darauf abzielt, die Sicherheit und die richtige Dosis für den Impfstoff zu bestimmen, war nur teilweise erfolgreich. Das "Sicherheitsprofil" sei gut gewesen, so das Unternehmen in einer Aussendung. An der richtigen Dosis müsse jedoch noch gearbeitet werden. So hat ein Vergleich der Probandengruppen mit und ohne Impfpflaster keine deutlichen Unterschiede in den Seroprotektionsraten zu Tage gefördert. Intercell plant nun weitere Studien über das Impfpflaster: Dabei soll dieses mit dem injizierten H5N1-Impfstoff von GlaxoSmithKline (GSK) getestet werden.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben