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APA-Artikel 5. November 2009

"Neue Grippe": Tote bei jungen Patienten erwartet

Das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) rechnet mit einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen bei "Neue Grippe"-Patienten. "Die Pandemie beginnt Europa wirklich zu betreffen, wie wir anhand des Anstiegs der Todesfälle und Infektionen sehen können", betonte Karl Ekdahl von ECDC am Donnerstag bei einem Journalistengespräch in Stockholm. Es werde bei jungen bzw. gesunden Menschen weitere tödliche Verläufe geben.

"Das ist eine Herausforderung", so Ekdahl zur derzeitigen Situation. Man habe sich anhand der Pandemie-Planungen zwar auf das Schlimmste vorbereitet, die meisten Europäer hätten bisher aber nur mit milden Symptomen zu tun gehabt.

Anlass der Veranstaltung war das fünfjährige Bestehen des Zentrums für Krankheitskontrolle mit Sitz in Stockholm. Aufgabe des ECDC sei es, Staaten eine wissenschaftliche Beratung bei Entscheidungen bezüglich des Umgangs mit Krankheiten zu geben, so Ekdahl. "Wir können nicht sagen, ob ein Land seine Grenzen schließen soll oder nicht." Das ECDC habe die Funktion eines Experten-Zentrums für Risikoeinschätzung, Koordination und Datensammlung.

Derzeit werden Fakten über 49 Krankheiten von der ECDC zusammengefasst und ausgewertet, in Sachen neuer Grippe gibt es diesbezüglich eine Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Wir leben heute tatsächlich in einem globalen Dorf. Man benötigt Zahlen und Fakten aus mehrere Länder, um sich wirklich ein Bild machen zu können", erklärte Ekdahl. Sinnvoll sei dies besonders, um spezielle Probleme in Grenzregionen zu erkennen und damit umzugehen. Gegründet worden sei das Zentrum nach der SARS-Welle in China, dabei sei der Bedarf nach einer länderübergreifenden Koordinierungsstelle offensichtlich geworden.

apa.at

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