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APA-Artikel 20. Oktober 2009

H1N1-Impfstoff für Österreich "unterwegs"

Die Lieferung der Influenza-Pandemie-Vakzine für Österreich soll unterwegs sein: "Der Impfstoff ist 'weg'. Er wird über einen Großhändler von Wien nach Linz gebracht, von dort an die Landessanitätsdirektionen", hieß es aus gut informierten Quelle in Wien gegenüber der APA. Angeliefert werden zunächst etwas mehr als 520.000 Dosen, was der vollständigen Immunisierung von rund 260.000 Personen bei zwei Teilimpfungen im Abstand von drei Wochen entspräche. Zunächst geimpft werden sollen die Beschäftigten im Gesundheitswesen, also Ärzte, Krankenpflegepersonal, weitere Spitalsangestellte etc.

Immunisierungen beginnen 27. Oktober

Die EU-Kommission hatte am 7. Oktober des Baxter-Influenza-Pandemie-Impfstoffes "Celvapan" gegen die Schweinegrippe genehmigt. Dies war auf der Basis einer Mock-Up-Vakzine mit H5N1 (Vogelgrippe) geschehen. Gesundheitsminister Alois Stöger (S) hatte danach eine Bestellung aufgrund eines existierenden Vorvertrages auf 16 Mio. Dosen der Vakzine unterzeichnet.

Nach der nun erfolgenden Erstlieferung erfolgt der Impfstart am 27. Oktober für die Angehörigen der Gesundheitsberufe. Dann ist eine wöchentliche Zustellung von bis zu 30 Prozent der Wochenproduktion von Baxter vorgesehen. Diese Vereinbarung gilt vorerst bis Mitte November und wird je nach Bedarf in Anspruch genommen. Die Produktionsmenge innerhalb von sieben Tagen wird derzeit auf mehr als 600.000 Dosen geschätzt.

Ab 9. November soll dann die Immunisierung der restlichen österreichischen Bevölkerung, mit einem Fokus auf chronisch Kranke und Schwangere folgen. Die "Celvapan"-Verabreichung geschieht freiwillig. Die Kosten für die Impfung übernehmen die Krankenversicherungen, bezahlt werden muss nur die Rezeptgebühr.

"Celvapan" noch im Test

"Celvapan" wird derzeit noch in klinische Studien an Erwachsenen und Kindern getestet, Ergebnisse sollen laut EMEA ab Mitte Oktober 2009 vorliegen. Die AGES PharmMed in Österreich hat die Tests für eine Zulassungen federführend betrieben. Laut Marcus Müllner, Chef der AGES PharmMed, hat es bisher keine Hinweise auf gröbere Nebenwirkungen gegeben.

Das rasche Zulassungsverfahren trotz noch laufender Tests macht die Registrierung auf der Basis eines bereits zugelassenen Mock-Up-Impfstoffes möglich: So besitzt Baxter die Zulassung für eine A(H5N1)-Vakzine (Vogelgrippe). In diesen Pandemie-Impfstoff wurde praktisch nur die Antigen-Komponente auf A(H1NH1) (Schweinegrippe) ausgetauscht.

Entwickelt wurde "Celvapan" im Baxter-Biotech-Forschungszentrum in Orth/Donau in Niederösterreich. Es handelt sich um einen Ganzvirus-Impfstoff (abgetötete Viren) ohne Adjuvans (Verstärkersubstanz, Anm.). Die Vakzine werden im Gegensatz zu den von der EU ebenfalls zugelassenen Impfstoffen "Focetria" (Novartis) und "Pandemrix" (GlaxoSmithKline - GSK) nicht auf Basis embryonierter Hühnereier, sondern in Zellkultur-Fermentern hergestellt. Diese erfolgt im Baxter-Impfstoffwerk in Bohumil in Tschechien.

apa.at

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