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APA-Artikel 16. Oktober 2009

Imperativer Harndrang – ein neues Behandlungskonzept

Alleine in Österreich sind 800 000 Personen von den Symptomen einer überaktiven Blase betroffen. Als First Line – Therapie haben sich Anticholinergika etabliert.  Doch ihre Nebenwirkungen sind zahlreich, die Erfolge hingegen überschaubar. An Alternativen muss gedacht werden. Eine hiervon ist Chondroitinsulfat.Zu diesem neuen Behandlungskonzept  fand vergangenen Mittwoch eine Pressekonferenz in Wien statt.

Defekt der GAG-Schicht

Herr Univ. Prof. Dr. Helmut Madersbacher, Leiter der Neuro-Urologischen Ambulanz der Universitätsklinik für Urologie in Innsbruck, erklärte, dass ein Defekt der GAG (Glykosaminoglykan)-Schicht kausal an der Entwicklung jener Krankheitsgruppe beteiligt sei.

Die neue Behandlungsmethode setzt genau hier an. Als einzigen Makel erwähnt Madersbacher:“Die Katheterisierung kann von den Männern als unangenehm empfunden werden, doch mit der Aussicht auf jene Therapieerfolge bedarf es oft keiner großen Überzeugungsarbeit.“

Künftig auch First Line Therapie

Frau Dr. Annett Gauruder-Burmester, Leiterin des Neuen Deutschen Interdisziplinären Beckenbodenzentrums in Berlin, hat mit der neuen Substanz schon sensationelle Erfolge verbuchen können.  „Mit Hilfe von Chondroitinsulfat erzielten fast 75% meiner Patientinnen eine Symptomverbesserung, gleichzeitig berichteten sie über  eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Verträglichkeit ist ausgezeichnet.“

Weiters betont Gauruder-Burmester:“Derzeit wird Chondroitinsulfat nur als Second Line bei Versagen der Anticholinergika-Therapie eingesetzt. Doch zukünftig wird man diese Substanz auch als First Line - Therapie für einige PatientInnen verwenden können.“

Dr. Mercedes Juliana ART

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