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APA-Artikel 30. September 2009

Tag des Kaffees - Genussmittel macht schlank

Lange Zeit galt der Kaffee als gesundheitsschädlich. Man sollte nicht zu viel davon trinken, weil es. Dabei hat er den schlechten Ruf gar nicht verdient. Nach Konsum des Genussmittels steigt der Blutdruck zwar kurzfristig an, auch der Harndrang steigt vorübergehend, doch wissenschaftliche Studien belegen durchaus eine gesundheitliche Wirkung. Am 1. Oktober ist Tag des Kaffees.

Im Vergleich zu Wasser bewirkt der Konsum koffeinhaltiger Getränke keinen bedeutsamen Anstieg des Urinvolumens. Forscher kamen zum Ergebnis, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Wirkung der verschiedenen Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt gibt und Koffein damit keinen negativen Einfluss auf sie ausübt. Lediglich eine akute Dosis von 250 bis 300 Milligramm Koffein resultierte bei Personen, die zuvor über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen kein Koffein zu sich genommen haben, in einer kurzfristig gesteigerten Urinproduktion, wissen Ernährungsexperten.

Nach heutigem Wissensstand besteht auch kein Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und dem Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen. Zwar sind - v.a. im Espresso - Substanzen enthalten, die den Cholesterinspiegel erhöhen können, ihre Wirkung ist aber vernachlässigbar gering, sagen Ernährungswissenschafter. Regelmäßiger Konsum hat dafür wiederum eine positive Wirkung gegen Diabetes. So belegen aktuelle Studien, dass Kaffee das Risiko für Typ-2-Diabetes signifikant reduzieren kann. Diese Wirkung wurde sowohl bei koffeinhaltigem als auch entkoffeiniertem Kaffee festgestellt. Die positiven Wirkungen sind auf die Kombination von Inhaltsstoffen im Kaffee zurück zu führen, zitierte der Österreichische Kaffee- und Tee-Verband die Wissenschafter.

Des Weiteren hat Kaffee einen positiven Einfluss auf die Glukose-Toleranz und auch auf den Blutzuckerspiegel sind positive Wirkungen aus den Untersuchungen ableitbar. Darüber hinaus stimuliert Koffein die Insulin produzierenden Zellen. "Die exakten Wirkmechanismen sind jetzt Gegenstand weiterer, breit angelegter Untersuchungen. Sicher ist, dass in Zukunft Kaffee als gesundheitsförderndes Genussmittel, wie schon in der Frühzeit des Kaffeekonsums, wieder an Bedeutung gewinnen wird", erklärte Helmut Grafinger, Geschäftsführer des Österreichischen Kaffee- und Teeverbandes.

Es wird auch vermutet, dass moderater und regelmäßiger Konsum des Genussmittels das Auftreten von Gallensteinen reduziert. Verantwortlich ist das Koffein, das die Kontraktion der Gallenblase induziert. Kontrovers diskutiert werden laut Ernährungswissenschafter noch die antioxidative Wirkung sowie mögliche protektive Effekte in Zusammenhang mit Krebs. So sollen Inhaltsstoffe wie Diterpene, die nur im Espresso zu finden sind, vor Dickdarmkrebs schützen. 1998 gab es eine groß angelegte Studie zu diesem Thema. Das Resultat: Bei einem Konsum von vier oder mehr Tassen Kaffee täglich war das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, im Vergleich zu anderen Personen, die sporadisch bis nie Kaffee konsumierten, um 24 Prozent verringert.

Interessant ist auch eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung im Zuge einer Diplomarbeit am Institut für Ernährungswissenschaften, erstellt von Marlene Woda in Zusammenarbeit mit Dorota Majchrzak. Darin geht es um die antioxidative Wirkung von Kaffee und ob sie durch Milchzugabe gesenkt wird. Verglichen wurde die antioxidative Kapazität von drei Arabica- und drei Robusta-Sorten, zubereitet als Espresso und als Filterkaffee. Dabei stellte sich heraus, dass Robusta-Kaffee ein höheres antioxidatives Potenzial hat als Arabica-Kaffee. Ebenso zeigte der Espresso einen höheren Wert als der Filterkaffee. Ab einer Milchzugabe von 30 ml konnte bei fast allen untersuchten Sorten eine Senkung des antioxidativen Wertes beobachtet werden.

Bekannt ist auch, dass Kaffee als Fettkiller gilt. Koffein regt die Lipolyse (Fettabbaurate, Anm.) und die Thermogenese (Energie verbrauchende Wärmeerzeugung und Schwitzen, Anm.) an. Eine erhöhte Lipolyse und somit ein gewichtsreduzierender Effekt konnte aber nicht bei mäßigem Genuss, sondern erst bei Koffeingaben ab vier bis acht Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgestellt werden. Um die lästigen Fettpölsterchen zumindest in Angriff zu nehmen, müssten zwei bis zehn Tassen getrunken werden. Lästiger Nebeneffekt: Man schwitzt, ist unruhig und der Puls geht schneller.

apa.at

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