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APA-Artikel 28. September 2009

MedUni Wien: Neue Professur für Medizinische Physik

Mit Oktober tritt Univ. Prof. Dr. Wolfgang Drexler die Professur für Medizinische Physik an und übernimmt zusätzlich die Leitung des Zentrums für Biomedizinische Technik und Physik. Mit der Berufung des bis dato in Cardiff tätigen Spezialisten für Optische Kohärenztomographie kommt ein internationaler Top-Wissenschafter nach Wien zurück.

„Durch meinen translationalen Forschungsschwerpunkt sollen sowohl bestehende und geplante integrative klinische Forschungsprogramme, signifikant gestärkt werden“ erklärt Drexler. Sein Fachgebiet, die morphologische und funktionelle Optische Kohärenztomographie (Optical Coherence Tomography - OCT) ist ein bildgebendes Verfahren, das - ähnlich der Ultraschalltechnik, jedoch berührungslos - hochauflösende Schnittbilder von biologischem Gewebe ermitteln kann und somit als „optische Biopsie“ angesehen werden kann. Vor allem die Bereiche Augenheilkunde, Onkologie, Dermatologie und Gastroenterologie werden von dieser Technologie profitieren.

„Optische Biopsien“ und molekulare Bildgebungsplattform

Mittels ultrakurz gepulster Femtosekundenlaser werden bei der OCT Zellen und ihre Bestandteile auf Veränderungen in Struktur, Stoffwechsel und Funktionstüchtigkeit untersucht. Der Schwerpunkt im Bereich der morphologischen OCT Bildgebung liegt neben multispektraler Anwendung (600-1400 nm) auf isotroper Hochauflösung (< 5 Mikrometer) und kurzer Messzeit (> 100.000 Messungen pro Sekunde). Fokus im Bereich der funktionellen OCT Bildgebung ist die Ermittlung tiefenaufgelöster metabolischer (spektroskopische OCT), physiologischer (Optophysiologie, Blutfluss-OCT) sowie polarisationsabhängiger (Polarisations OCT) Gewebseigenschaften.

Multimodale, multiskalar funktionelle und molekulare Bildgebungsplattform

An der MedUni Wien soll unter Drexlers Mithilfe eine multimodale, multiskalare funktionelle und molekulare Bildgebungsplattform etabliert werden, bei der OCT mit komplementären Methoden wie photoakustischer Tomographie, CARS Spektroskopie und anderen nichtlinearer optischen Mikroskopiemethoden kombiniert wird, um minimal invasive funktionelle sowie molekulare Bildgebung zu ermöglichen.

Unterstützt wird diese Plattform von neuester Photonik- (z.B. adaptive Optik), Nanotechologie (z.B. quantum dot basierende Kontrastmittel und Lichtquellen) sowie Bioinformatik (3D Rendering, Texturanalyse, Wavelets). 

Humane Biopsien und regenerative Medizin 

Diese Bildgebungsplattform wird nicht nur Grundlagenforschung in Zellkulturen und humanen Biopsien, sondern auch multidisziplinäre Forschung im Bereich der regenerativen Medizin, sowie in klinischen Studien an PatientInnen ermöglichen. (MedUniWien, Redaktion)

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Drexler   Zur Person 
 

Drexler studierte Elektrotechnik und promovierte 1995 an der TU Wien zum Doktor der technischen Wissenschaften, wobei sich bereits seine Doktorarbeit mit der Anwendung der OCT am menschlichen Auge beschäftigte.

Vor seiner Habilitation in Medizinischer Physik an der Universität Wien (2000) führte Drexler ein Max Kade Stipendium an das Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA.

Mit Hilfe eines „START-Preises“ 2001 und als Leiter des Doppler Labors für Laserentwicklung und deren Anwendung in der Medizintechnik baute sich Drexler jene internationale wissenschaftliche Reputation auf, mit der er 2006 die Professur für Biomedical Imaging an der Cardiff University, Wales, UK erhielt.

Zuletzt war der geborene Wiener ebendort einer der Forschungsräte und als Forschungsdirektor am Department of Optometry and Vision Science für 80 MitarbeiterInnen verantwortlich.

2000

 

2001 - 2006

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